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Kreismuseen Alte Bischofsburg

Amtshof 1 - 5

16909 Wittstock

Tel 03394 - 433725

 

Öffnungszeiten

1. Mai bis 31. August

Di - Do:    09.00 - 17.00 Uhr

Fr:           09.00 - 15.00 Uhr

Sa + So:   11.00 - 16.30 Uhr

 

1. September bis 30. April

Di - Do:    09.00 - 16.00 Uhr

Fr:         09.00 - 14.00 Uhr

Sa:          13.00 - 16.00 Uhr

So:        11.00 - 16.30 Uhr

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Geheimnisse der alten Truhe - Sonderausstellung

03. 09. 2021 um 18:00 Uhr bis 28. 11. 2021

Geheimnisse der alten Truhe

Die Sammlungen zur Regionalgeschichte von Hubert Boger, Rudolf Desens und Walter Staudinger sowie Conrad Polthier und Wilhelm Polthier – Sonderausstellung in den Kreismuseen Alte Bischofsburg

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, wo eigentlich all die Fakten zur Regionalgeschichte herkommen? Wer sorgt dafür, dass wir heute noch manche interessante Episode aus einer längst vergangenen Zeit wissen, ein Foto von genau j e n e m markanten Moment haben oder auch die Familiengeschichten der Region kennen?

Dafür braucht es das Bewusstsein, dass etwas aufbewahrt werden muss. Das allein reicht jedoch nicht: Man muss auch noch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um das Moment-Foto zu machen oder schlicht um zu verhindern, dass Druck- oder Handschriften, Fotoalben, Dias und Objekte unwiederbringlich entsorgt werden. Es ist die Aufgabe von Museen (und - sofern es Schriftgut betrifft - Archiven) derartige Sammlungen zu bewahren.

Fast immer sind diese Sammlungen an Geschichten von Menschen gebunden und hängen meistens mit besonderen Ereignissen und Orten zusammen. Die Sonderausstellung „Geheimnisse der alten Truhe“ zeigt die drei komplexesten Nachlässe zur Regionalgeschichte in der Sammlung der Kreismuseen mit zahlreichen historischen Fotos, Schriftstücken, Bauplänen und persönlichen Gegenständen.

Als Conrad Polthier zu sammeln begann, war ihm sicher nicht klar, welche Auswirkungen das haben würde. Sein Nachlass betrifft vor allem Schul-, Museums-, Vereins- und Logengeschichte der Stadt. Wittstock. Aber auch die Familiengeschichte – er war mit Margarete, einer Tochter des Tuchfabrikanten Friedrich Wilhelm Wegener, verheiratet – nahm einen breiten Raum ein.

Sein Sohn hatte vielleicht keine Wahl, als die Sammlung auszubauen. Und das tat er unbedingt! Als er 1923 den Vertrag mit dem Wittstocker Magistrat für das Erstellen einer Stadtchronik unterschrieb, war das auch der Beginn der „Verschlagwortung der Regionalgeschichte“. Unter zahlreichen Stichwörtern trug er unzählige Notizen zusammen. Dabei hatte er in den 1920er Jahren noch die Möglichkeit, das dann1954 beim Rathausbrand komplett zerstörte städtische Archiv einzusehen. Aber bei Wittstock blieb es nicht. Die Prignitz, Ruppin, Aspekte der mecklenburgischen Geschichte und vieles andere mehr gehört auch zu seinem Nachlass. Die Ausstellung zeigt auch die alte, repräsentative Truhe, in der die Unterlagen über Jahrzehnte aufbewahrt wurden. Ein größerer Teil des Nachlasses (170 Mappen) gelangte 1962 in das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Mit der Unterstützung der Nachkommen kann nun ein Extrakt aus den 23 Kartons der in der Familie aufbewahrten Schriftstücke  und Fotografien in den Kreismuseen gezeigt werden. 

Der Maurermeister Rudolf Desens hatte wahrscheinlich nicht in Erwägung gezogen, dass sein wohl gesamtes „Bauleben“ in Wittstock zwischen 1913 und 1938 von seiner Familie bewahrt wird. Dieses „Bauleben“ umfasst etwa 500 Planungszeichnungen von Häusern, Firmengebäuden, Einfriedungen, nachgerüsteten Schaufenstern, Fahrstühlen, Backöfen in Wittstock und zahlreichen Dörfern der Umgebung. Als dann durch den Flugplatzbau in Wittstock noch sein Schwiegersohn Walter Staudinger in das Geschäft gelangte, kamen zahlreiche Planungsunterlagen und auch eine gut 140 Aufnahmen umfassende Fotosammlung hinzu. Auch hier ist es den Enkeln zu verdanken, dass das Konvolut ins Museum gelangte.

Eigentlich war Hubert Boger, der in wenigen Tagen 100 Jahre werden würde, Schneidermeister, aber das Schreiben ließ ihn nicht los. Er war auch der erste, der den Kreismuseen seine Sammlung zur Regionalgeschichte übergab. Diese besteht u.a. aus mehr als 20 Tagebüchern mit wichtigen Zeitungsartikeln (eine Jahrzehnte umfassende Sammlung von allem, was wichtig und interessant in der Region war), seine Sammlungen über die Dörfer und die Wittstocker Straßen, dem „Lesebogen“, den Themenheften, seinen etwa 3000 Fotografien und Dias, etwa 500 Bilder anderer Fotografen, unter anderem auch seine Schreibmaschinen, sein Fotoapparat und sein Meisterbrief. 

Die Ausstellung berührt viele Themen, Ereignisse und gewährt einen spannenden „Gang“ durch Gebäude der Region. Sie wird am Freitag, 3. September 2021, um 18 Uhr in den Kreismuseen eröffnet.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen