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Der Männer-Turn-Verein zu Wittstock

Am 16. Juli 1861 trafen sich 15 Männer, Mitglieder des Wittstocker Handwerkervereins, um in der Tradition des in der Prignitz geborenen Turnvaters Friedrich-Ludwig Jahn den M.T.V., den Männer-Turn-Verein Wittstock, zu gründen.

Dieser war damit nach dem Turnverein Blandikow (1822) der zweite Turnverein in der Prignitz. 1875 waren von 6.841 Wittstockern schon 147 im Turnverein organisiert. 1927 zählte er mit 291 die höchste Anzahl von Mitgliedern in der gesamten Prignitzregion. Aber eigentlich müsste man dieser Mitgliederzahl auch noch die des gymnasialen Turnvereins „Körner“ hinzurechnen.

Laut „Grundgesetz des Männer-Turn-Vereins zu Wittstock" konnte „jeder unbescholtene Mann, welcher das 18. Jahr zurückgelegt hat,[...] Mitglied des Vereins werden, jedoch kann die Aufnahme der Zöglinge aus der Jugendabteilung bereits vom 17. Jahre ab erfolgen.“ Anders als es der Name vermuten lässt, zählte der Verein auch weibliche Turner zu seinen Mitgliedern. Von den 291 Mitgliedern im Jahr 1927 waren immerhin 67 Frauen und Mädchen. Der Verein bot „Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Turnübungen [...] aber auch deutsches Volksbewusstsein und vaterländische Gesinnung zu pflegen“. Dazu gehörte satzungsgemäß die „Pflege des vaterländischen Gesanges“. Der Verein war damit in gewisser Weise auch ein politisches Instrument. 1913 wurde die städtische Turnhalle am Amtshof gebaut, die fortan das Zentrum der Vereinsaktivitäten war. Diese Turnhalle brannte jedoch 1946 nieder. Regelmäßig stattfindende Stiftungsfeste boten dem Verein Gelegenheit, seine Aktivitäten, vor allem aber sein Können einem breiten Publikum vorzustellen. 1945 hörte der Verein in der alten Form auf zu existieren. Damit blieb aber der Sport nicht auf der Strecke.

Es gibt heute eine Vielzahl von Sportvereinen, die in gewisser Weise ihre Wurzeln in diesem 1861 gegründeten M.T.V. haben.

 

61. Stiftungsfest 1922

 

Zur Erinnerung an die erste Turnerriege der Turnerinnen-Abteilung 1923

 

64. Stiftungsfest am 9. August 1925

 

69. Stiftungsfest 1930, Sporthalle am Amtshof

 

Die Turnerinnen-Abteilung vor dem ehemaligen Bürgermeisterhaus auf dem Amtshof anlässlich des Turnfestes im Juli 1927

 

Festumzug zum Turnfest im Juli 1927 (Poststraße)

 

Stabfreiübung der Jugendabteilung in der Turnhalle am Amtshof

 

Übung am großen Ring